Viele erfolgreiche Menschen kennen das:

Eigentlich läuft alles:
Die Zahlen entwickeln sich gut.
Das Einkommen steigt. Das Business wächst.
Der Plan geht auf.

Von außen betrachtet gibt es absolut kein Problem.

Im Gegenteil: Viele Menschen hätten so gerne genau diese Situation.

Und wahrscheinlich ist auch genau das der Grund, warum kaum jemand darüber spricht. Weil es komisch klingt …

Denn, wenn alles funktioniert, dürfte man ja eigentlich nicht zweifeln.
Dann sollte man ja eigentlich zufrieden sein.
Müsste man ja einfach nur nur weitermachen.

Der vernünftige Weg ist ganz offensichtlich:
Einfach mehr von dem machen, was funktioniert.

Trotzdem taucht bei manchen Menschen irgendwann ein Gedanke auf. Kein großes Drama. Keine Krise …

Eher etwas, das sich einfach nicht mehr ganz ignorieren lässt und immer stärker wird.

Eine Frage, die immer wiederkommt, aber sich oft nicht ganz klar zeigt:

Ob man wirklich dort weitermachen möchte, wo man gerade erfolgreich ist.

Und je besser es gerade läuft, desto schwieriger wird es, sich ihr zu stellen.

Der Erfolg liefert schließlich die besten Argumente:

Aufhören? Ergäbe gar keinen Sinn.
Verändern? Wieso, wenn alles klappt?

Aber die Frage … sie bleibt.

Genau darum geht es heute, denn:

Die meisten Probleme lassen sich durch Kompetenz und Umsetzungsstärke lösen. Diese Frage allerdings nicht.

Erfolg ist geil.

Heute geht es darum, wie Ziele und sogar Erfolg ein neues Hamsterrad werden können. Oder einfach nur Prokrastination auf einem höheren Level.

Und nein, das wird kein BS wie „Erfolg macht auch nicht glücklich“.

Erfolg ist ein Level, das gemeistert sein will.
Gemeistert und integriert. Also zu einem Teil von einem geworden.

Die Sache ist nur: Er ist noch lange nicht das Endlevel.

Ein Teilnehmer aus dem Mentoring stand vor genau diesem Problem:

Er hatte wachsende Umsätze in seinem Immobilienunternehmen. Dazu ein erfolgreiches Business mit seinem Vater – in dessen Firma.

Die Zahlen stiegen, das Portfolio wuchs … aber gleichzeitig war er gefangen in To-Dos, die ihn mehr und mehr belasteten. Sie waren nicht schlimm. Aber ein innerer Widerstand hatte begonnen, sich aufzubauen.

Und die Frage, was der Preis dafür wäre, noch 5 … 10 … 15 Jahre so weiterzumachen. Auf diese Art erfolgreich zu sein.

Denn er hatte auch andere Pläne. Wollte z. B. die Welt sehen …

Und ich sage Dir, wie es ist:
Bestimmte Dinge machen mit 30 mehr Spaß als mit 35 und mit 35 mehr als mit 50 oder 60.

Heißt nicht, dass später nicht andere Dinge kommen.

Aber manche Dinge … passen halt irgendwann nicht mehr:

Für die Single Männer sind es vielleicht die heißen Latinas am Strand, von denen man 30 mehr als ein paar Jahrzehnte später.

Für die anderen kann es einfach sein, einen Schatz an gemeinsamen Erfahrungen mit der Partnerin zu bauen, der die Verbindung stärkt … oder die schönsten Jahre mit den Kindern zu erleben und nicht später zu bereuen, nie da gewesen zu sein und sich vielleicht sogar zu wundern, warum die Kinder keine echte Connection zu einem haben.

Bei ihm war Fakt:

Er verstand, dass er sich ein Hamsterrad gebaut hatte und die Ziele auf dem Erfolgslevel gerade nicht mehr höchste Priorität hatten.

Die größte Angst der Erfolgreichen

Diese Erkenntnis klingt nett, konfrontierte ihn aber mit einer der größten Ängste erfolgreicher Menschen in dieser Situation:

Sie glauben, den Erfolg nicht mehr zu priorisieren käme einer Rückentwicklung, aufgebenverlieren gleich.

Aber nur weil Du als Kind gehen gelernt hast und dabei echt oft gefallen bist, machst Du heute auch nicht täglich Gehübungen, oder?

Warum? Weil Du das Vertrauen hast, dass Gehen (sofern Du es kannst) ein Teil von Dir geworden ist.

Das ist echte Integration.

Danach kommt Rennen, Springen, Fahrradfahren, Kunststückchen …

… und dann wird rechnen gelernt – ganz andere Richtung! Aber hast Du deswegen beim Gehen Rückschritte?

Solange wir denken, wir würden den Erfolg wieder verlieren, fehlt etwas.

Und ich maße mir nicht an, da irgendetwas hinein zu interpretieren, aber ein paar Gedanken dazu?

Vielleicht ist es einfach noch etwas Angst- und Mangeldenken?

Gerade bei den Zerdenkern?

Vielleicht ist es auch eine gewisse, vernünftige Sicherheit?

Vielleicht sind es auch die gut gemeinten Ratschläge anderer?

Oder die Erwartungen von Familie und Umfeld?

Je besser es läuft, desto einfacher ist es, auf dem Erfolgslevel hängen zu bleiben.

Sich auf dem Level ein Hamsterrad zu bauen, das nach Außen glänzt und beeindruckt.

Einen goldenen Käfig mit Gitterstäben aus Terminen, Meetings, Verpflichtungen.

Soll das schon alles sein? Und bleiben?

Bevor ich sage, welches Level danach kommen kann, noch einmal:

Das Erfolgslevel hat seine volle Daseinsberechtigung.

Und wenn es gerade die Zeit im Leben ist, wo es gemeistert werden will: Go for it. Genieß es. Bleib solange da, wie es richtig ist. Es kann Spaß machen, Ziele, Zahlen und Benchmarks zu jagen. Es kann erfüllend sein, sich den Herausforderungen auf diesen Wegen zu stellen. Für manche auch ein Leben lang. Das ist okay und sogar schön für diese Menschen!

Falls das aber bei Dir irgendwann nicht mehr der Fall ist, wirst Du es merken.

Outline: Erfolg ist super und Teil der Entwicklungs-Architektur. Wer ihn überspringt, wird später arge Probleme haben.

Irgendwann kommt allerdings folgender Punkt:

Viele erfolgreiche Menschen spüren dann, dass nur Erfolg sie nicht erfüllt. Er ist Teil der Erfüllung und macht Vieles einfacher. Aber er ist keine Erfüllung.

Sie fangen an sich zu fragen:

Was jetzt?
War das schon alles?
Mache ich das jetzt noch 5 .. 10… 15 Jahre. Oder noch länger?

Immer bessere, größere Zahlen … aber für was?

Vielleicht kommen Gedanken nach mehr Freiheit auf.
Vielleicht welche nach Abenteuer.
Vielleicht siehst Du andere Leute auf Instagram oder sonstwo, die die Welt bereisen und denkst Dir: Das will ich auch erleben!

Meine Erfahrung

Und da öffne ich einen kleinen Nebenschauplatz:

Ich reise seit Jahren und bin an den schönsten Orten der Welt.
Und kann sagen: Die meisten Leute sehen hier nicht glücklich aus!
Und ich war es btw vor 1,5 Jahren eine Weile lang auch nicht, weil ich einen Punkt vergessen hatte.

Was fehlt diesen „erfolgreichen“ Menschen also?

Genau genommen sind es drei Dinge.

1 – Ein Grundbedürfnis

Das erste ist etwas, das uns Menschen in die Wiege gelegt ist:

Erfolg allein wird irgendwann schal.
Er ist die Befriedigung des limbischen Grundbedürfnisses nach Dominanz – hör Dir dazu gern die Folge hier an, ich verlinke sie Dir in den Shownotes.

Ab einem bestimmten Level der Meisterschaft mit entsprechender Selbstreflektion reicht es einem erfolgreichen Menschen nicht mehr, die nächste Zahl zu jagen oder die nächste Benchmark zu knacken.

Er möchte Erfolg transformieren.
Geben. Dienen und fördern.

Fast immer kommt irgendwann der Punkt, an dem man zu einer „besseren Welt“ beitragen will. Über kleinere oder größere Hebel. Klingt geschwollen, ist aber so.

Und dieses Bedürfnis beginnen einige zu spüren.
Nur können sie nicht einordnen, was da passiert.
Und haben möglicherweise auch etwas Angst davor, das in ihr Leben zu integrieren.
Wie zur Hölle soll das denn auch gehen?

Es passt nicht zu ihrem bisherigen Verständnis davon, wie die Welt funktioniert.

Sie sind festgefahren.
In ihrer jetztigen Sichtweise.
Ihren Filtern.
Die sie für ihre „objektive“ Realität halten.

Und damit kommen wir zu Punkt 2:

2- Ihnen fehlt „Der Zugang“.

Denn sie sind gewohnt, Probleme mit Analyse, Strategie und Umsetzung zu lösen.
Pro und Kontro Listen, Excel Tabellen, ToDo oder ToBe Listen, Ikigai oder andere mentale Modelle … KOPF und Handeln.

Macher eben.

Das Blöde ist:
Dieses Problem funktioniert anders.

Und Teaser:
Auch weitere Probleme auf höheren, menschlichen Entwicklungsproblemen funktionieren anders.

Das schöne ist:
In diesem Fall ist die Lösung schon in uns.

Wir dürfen nur den Zugang wieder öffnen.


Exkurs

Ganz kurz für die technisch-rationalen unter uns: Wenn Du wissen willst, was genau passiert:

Wir denken zw 60 und 80.000 gedanken täglich. Treffen 15-20.000 Entscheidungen.
95-98% davon unbewusst und wiederholend.
WIR MERKEN ES NICHT.

Aber: Diese Gedanken und Entscheidungen WIRKEN trotzdem.
Und sie wirken extrem stark.

Einen Gedanken einmal zu denken ist wie einmal durch den Wald zu laufen.
Macht man das öfter … wird ein Trampelpfad daraus.
Und macht man das mehrere 1000e Male am Tag … eine Autobahn.

Neuroplastizität – diese Autobahnen – sind sogar im MRT sichtbar.

Und sie sind das Gefängnis, das uns den Blick auf das versperrt, was es fürs nächste Level braucht.


Es braucht also Methoden, um diese Neuroplastizität aufzubrechen – wie wir es zB in Woche 2 im Mentoring machen.
So kommen wir an die Dinge heran, die darunter sind. Und die es jetzt braucht.

Das ist Part 3:

Ein Leben im Erfolg ist auf seine Art verdammt bequem.
Niemand erwartet von einem, dass man etwas anderes tut.

Man wird dafür belohnt, anerkannt, andere finden es sinnvoll …

… aber man selbst eben nicht mehr.

Nur: Gerade weil es so bequem ist, braucht es etwas wirklich starkes, um dieses Gefängnis wirklich zu verlassen.

Und am Anfang ist das das wahre, tiefste Warum.

Reminder: Mit dem Kopf allein findet man es nicht.
Der sucht immer nur dort, wo er schon war. Neuroplastisch.

Das wahre Warum liefert die Startenergie für den nächsten Teil des Weges.

Jeder Tag, den wir weiterhin darauf warten, dass alte Methoden zu neuen Ergebnissen führen, ist einer, den wir potenziell später bereuen werden.

Viele haben allerdings Angst vor ihrem Warum und das kann ich gut verstehen.

Was, wenn das tiefste Warum mich vor Herausforderungen stellt?

Fuck, das wird es!

Aber ich sage Dir was: Das ist Dir dann egal.

Ich selbst hatte mal ein Ziel mit einem starken Warum, ein Personal Trainer Business aufzubauen. Dafür habe ich nachts in kalten Studios auf dem Boden geschlafen, um am nächsten Tag mit Hemd „verkleidet“ zu Business Netzwerktreffen zu gehen und Kunden zu gewinnen. Es war mir so egal. Ich hab nicht mal drüber nachgedacht.

Wer Erfolg integriert hat, wird durch sein Warum auch nicht weniger erfolgreich sein.
Vielleicht wächst er im aktuellen Geschäftsfeld mal langsamer oder weniger – aber er kann ja gar nicht anders als erfolgreich sein, egal, was er macht. Weil es ein Teil von ihm ist.

Du verlernst auch nicht gehen, wenn Du anfängst, schwimmen zu lernen.

Das Lustigste ist übrigens, dass das Warum auch total unspektakulär sein kann. Oder der Sinn – sie werden sich immer überschneiden oder beeinflussen.

Ich erinnere mich an einen Mentoring Teilnehmer, der herausfand, dass er genau dasselbe machen möchte wie bisher – nur die Art, WIE er es macht, war anders. Und er ging total darin auf.

Und auch der zuvor erwähnte Teilnehmer mit Immobilien und der Beteiligung im väterlichen Unternehmen fand nach einiger, gemeinsamer Klarheitsarbeit heraus, wie unnötig kompliziert er sich in Dingen verfangen hatte, die ihm lange nicht mehr dienten.

Er trennte sich in wenigen Monaten von einem Tätigkeitsfeld, das er nur aus Pflicht- oder Schuldgefühlen bedient hatte. Und konnte sehen: Es war völlig okay. All die Befürchtungen traten nicht ein, aber unglaublich viel Druck war weg, Zeit und Energie wurden frei.

Ich zitiere eine weitere Teilnehmerin –  Ramona:

Der Druck ist weg, aber die Dinge funktionieren trotzdem. Sogar besser als davor.

Und für alle, denen es immer noch mulmig ist:

Sein warum zu finden heißt nicht, von heute auf Morgen alles über den Haufen werfen zu müssen.
Das machen manche. Das wird oft propagiert. Ist aber meistens nicht zielführend.

Der „richtige Weg“

… ergibt sich nicht durch den nächsten, durchanalysierten Plan.

Sondern durch einen inneren Kompass, der stimmig ist – und die ersten Schritte.
Alles weitere folgt sehr entspannt zu seiner Zeit.

Wenn ich Dir dazu nur eine Sache mitgeben darf, ist das Folgende:

Mach Dir damit keinen Stress, aber vertrödel auch nicht Deine Zeit mit einem Leben, das nicht mehr Deins ist.

Und wenn Du Lust hast, Dich darüber auszutauschen, buch Dir einfach mal ein Klarheitsgespräch mit mir.

 

 

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